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Angriff auf den Duden - Ernst Klett AG bietet kostenlose Rechtschreibung im Internet an

STRATEGIE | GENIOS WirtschaftsWissen Nr. 08/2009 vom 06.08.2009


Mit neuem Online-Nachschlagewerk macht der Klett Verlag dem Duden Konkurrenz

Der Rechtschreib-Duden hat Konkurrenz bekommen. Der Sprachenverlag Pons, eine Tochter der Stuttgarter Ernst Klett AG, hat mit seinem Portal www.pons.eu ein kostenloses Nachschlagewerk zur Rechtschreibung freigeschaltet. Zum Vergleich, der Duden kostet 21,95 Euro. Die Webseite soll sich langfristig durch Online-Werbung finanzieren. Neben der Rechtschreibhilfe bietet die neue Pons-Website unter anderem auch Wörterbücher in sechs Sprachen, ein Übersetzungsmodul und ein Deutsch-Blog, in dem Nutzer auch über die neuen Rechtschreibregeln diskutieren können. Das Sprachenportal wird wöchentlich aktualisiert, da jeder Vorschläge für neue Einträge machen kann, die von der Pons-Redaktion wiederum geprüft und gegebenenfalls auf die Webseite aufgenommen werden. Das Nachschlagewerk umfasst rund 140 000 Stichwörter und enthält auch Einträge, die nicht im Duden stehen. Dazu gehören z.B. Anglizismen oder zusammengesetzte Ausdrücke. Die 25. Ausgabe des Dudens hingegen verzeichnet 135 000 Stichwörter. Ein weiterer Service des Portals ist die Freischaltung für Handys und I-Phones.
Die Cornelsen Gruppe, mit ihrem Duden, gibt hingegen ein gedrucktes Nachschlagewerk heraus und setzt als Innovation auf eine Korrektursoftware die kostenlos beiliegt. (1), (2)


Ernst Klett AG begibt zweite Unternehmensanleihe

Zusätzlich zum Nachschlageportal gibt das 1897 gegründete Familienunternehmen Ernst Klett, ihre zweite Unternehmensanleihe heraus. Seit dem 15. Juni können interessierte Anleger das Papier des größten Bildungsunternehmens in Deutschland zeichnen. Für die Anleihe ist insgesamt ein Volumen von bis zu 50 Millionen Euro geplant. Bereits im Jahr 2005 hatte das Unternehmen mit seinem Bildungswertpapier I großen Erfolg auf dem Kapitalmarkt gehabt. Das Bildungswertpapier II wird auf fünf Jahre fest zu einem jährlichen Zinssatz von sieben Prozent ausgegeben. Dabei ist die Stückelung auf 1 000 Euro festgelegt. Mit den damit gewonnenen Mitteln möchte die Aktiengesellschaft die Erwachsenen- und Weiterbildung ausbauen. (3), (4)


Ernst Klett AG bleibt ein Familienunternehmen

Der Erfolg gibt dem Unternehmen Recht, die Ernst Klett AG setzt weiterhin auf die Familie. Philipp Haußmann, ein Enkel des Firmengründers, wird neuer Vorstandsvorsitzender und Michael Klett wird mit 71 Jahren Aufsichtsratsvorsitzender. Damit ist die dritte Klett-Generation an der Spitze des Unternehmens. Der Vierundvierzigjährige Jurist begann Mitte der neunziger Jahre beim familieneigenen Konzern. Zuletzt war er im Vorstand für den Bereich Klett Lernen und Information verantwortlich. Die Klett AG ist das größte deutsche Bildungsunternehmen, zuletzt erwirtschafteten 2 900 Mitarbeiter in achtzehn Ländern 425 Millionen Euro Umsatz. (5)



Trends Ernst Klett AG gründet Tochterfirma Die Ernst Klett AG plant die Gründung einer Tochterfirma, die sich im Interesse der Industrie für die "Mint-Schulfächer", Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik einsetzt. Hintergrund für diesen Entschluss ist der zu erwartende Fachkräftemangel in Deutschland. Die Klett AG möchte mit seiner Firma etwas dagegen Unternehmen und bereits frühzeitig Schüler für Technik und Naturwissenschaften begeistern. So sollen mehr Informationen über bestimmte Berufe zugänglich gemacht werden und Lehrer verstärkt Fortbildungen in experimentellen Lehrmethoden erhalten. Die Wirtschaftsverbände in Berlin stellten die Initiative "Mint Zukunft schaffen" vor. Klett wird strategischer Partner der Initiative. Das Unternehmen kann sich auch eine Mint-Schule vorstellen. (6)Duden veröffentlicht Wörterbuch zur Finanzkrise Der Duden bleibt aktuell. Die 25. Auflage beinhaltet mit 5 000 neuen Begriffen bereits Wörter wie "Abwrackprämie" oder "twittern", beweist aber noch mehr Zeitgeist mit der Veröffentlichung eines Finanzmarktwörterbuches, das Bankkunden, Anlegern und Versicherungsnehmern Hilfestellung leisten soll. Das Nachschlagewerk umfasst dabei etwa 600 Stichwörter und geht fachlich tiefer als der Standard-Duden. Es beinhaltet Wörter von Akkreditiv bis Zweitplazierung und die dazuhörigen Definitionen. Aber nicht nur zur Finanzkrise gibt es das passende Wörterbuch, sondern auch für die SMS: "Von HDL bis DUBIDODO. (K)ein Wörterbuch zur SMS". (7)Neue Wörter setzen sich auch im Duden durch Die aktuelle Ausgabe des Dudens, enthält rund 135 000 Stichwörter, darunter 5 000 neue. Dabei wurde darauf geachtet, ausschließlich die Wörter neu aufzunehmen, die fester Bestandteil der deutschen Sprache geworden sind. In diesem Jahr neu dazugekommen sind: "Komasaufen" (Alkoholexzesse), "twittern" (tagebuchartige Kurznachrichten per Internet versenden), "Hüftgold" (Verschönerungsvokabel für körperliche Problemzonen) oder "fremdschämen" (sich für die Fehler anderer schämen). Manche dieser Wörter sind erst seit kurzem üblich, einige schon länger. Auch österreichische und schweizerische Wörter wie "Blaufahrer" (Alkoholsünder im Verkehr) und "hirnen" (heftig nachdenken) werden genannt, sowie Neubildungen wie "Luxese" (Mischung aus "Luxus" und "Askese") und Fachbegriffe wie "Gelotologie" (Wissenschaft vom Lachen). (8) Trends


Ernst Klett AG gründet Tochterfirma

Die Ernst Klett AG plant die Gründung einer Tochterfirma, die sich im Interesse der Industrie für die "Mint-Schulfächer", Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik einsetzt. Hintergrund für diesen Entschluss ist der zu erwartende Fachkräftemangel in Deutschland. Die Klett AG möchte mit seiner Firma etwas dagegen Unternehmen und bereits frühzeitig Schüler für Technik und Naturwissenschaften begeistern. So sollen mehr Informationen über bestimmte Berufe zugänglich gemacht werden und Lehrer verstärkt Fortbildungen in experimentellen Lehrmethoden erhalten. Die Wirtschaftsverbände in Berlin stellten die Initiative "Mint Zukunft schaffen" vor. Klett wird strategischer Partner der Initiative. Das Unternehmen kann sich auch eine Mint-Schule vorstellen. (6)


Duden veröffentlicht Wörterbuch zur Finanzkrise

Der Duden bleibt aktuell. Die 25. Auflage beinhaltet mit 5 000 neuen Begriffen bereits Wörter wie "Abwrackprämie" oder "twittern", beweist aber noch mehr Zeitgeist mit der Veröffentlichung eines Finanzmarktwörterbuches, das Bankkunden, Anlegern und Versicherungsnehmern Hilfestellung leisten soll. Das Nachschlagewerk umfasst dabei etwa 600 Stichwörter und geht fachlich tiefer als der Standard-Duden. Es beinhaltet Wörter von Akkreditiv bis Zweitplazierung und die dazuhörigen Definitionen. Aber nicht nur zur Finanzkrise gibt es das passende Wörterbuch, sondern auch für die SMS: "Von HDL bis DUBIDODO. (K)ein Wörterbuch zur SMS". (7)


Neue Wörter setzen sich auch im Duden durch

Die aktuelle Ausgabe des Dudens, enthält rund 135 000 Stichwörter, darunter 5 000 neue. Dabei wurde darauf geachtet, ausschließlich die Wörter neu aufzunehmen, die fester Bestandteil der deutschen Sprache geworden sind. In diesem Jahr neu dazugekommen sind: "Komasaufen" (Alkoholexzesse), "twittern" (tagebuchartige Kurznachrichten per Internet versenden), "Hüftgold" (Verschönerungsvokabel für körperliche Problemzonen) oder "fremdschämen" (sich für die Fehler anderer schämen). Manche dieser Wörter sind erst seit kurzem üblich, einige schon länger. Auch österreichische und schweizerische Wörter wie "Blaufahrer" (Alkoholsünder im Verkehr) und "hirnen" (heftig nachdenken) werden genannt, sowie Neubildungen wie "Luxese" (Mischung aus "Luxus" und "Askese") und Fachbegriffe wie "Gelotologie" (Wissenschaft vom Lachen). (8)



Fallbeispiele


Dudenverlag verkauft Brockhaus

Der Dudenverlag hat die Brockhaus-Enzyklopädie an Bertelsmann verkauft, da es hohe Verluste angehäuft hat. Der Fehlbetrag des Bibliographischen Instituts & F. A. Brockhaus AG (Bifab) hat sich im Jahresvergleich von 6,5 Millionen Euro auf 32,8 Millionen Euro erhöht. Auch ein Personalabbau am Standort Mannheim sei nicht zu verhindern. Der Traditionsverlag muss sich komplett neu orientieren. Bertelsmann hatte im Vorjahr zwar Brockhaus gekauft, nicht aber die Mitarbeiter übernommen. Zudem hatten die Bifab-Eigentümerfamilien Langenscheidt und Brockhaus ihren Mehrheitsanteil von zusammen gut 90 Prozent an den Berliner Cornelsen Verlag verkauft. Ab dem 22. Juli heißt das Unternehmen nur noch "Bibliographisches Institut". So soll auch nach außen die Trennung verdeutlicht werden. (9)


Wörterbücher Duden und Wahrig unterscheiden sich

Die beiden eben veröffentlichten Rechtschreib-Nachschlagewerke Duden und Wahrig, die beide zur Cornelsen-Gruppe gehören, umfassen jeweils 1 216 Seiten, unterscheiden sich aber inhaltlich. Die wesentlichen Unterschiede zwischen dem neuen Duden und Wahrig, sind: der Duden enthält das amtliche Regelwerk nicht mehr, verzichtet auf die bisherige Rotmarkierung der Neuschreibungen und empfiehlt durch Gelbmarkierung in 3 000 Fällen die jeweils von der Duden-Redaktion bevorzugten Schreibvarianten. Im Wahrig hingegen verzichtet man darauf dem Leser eine Schreibweise nahezulegen. Trotzdem ist es befremdlich, dass zwei unterschiedliche Wörterbücher vom selben Unternehmen veröffentlicht werden. Ziel sollte es sein, ein einheitliches Nachschlagewerk herauszugeben. (10)



Weiterführende Literatur:

(1.) Duden nimmt Angriff von Klett gelassen
aus Handelsblatt Nr. 142 vom 28.07.09 Seite 9

(2.) Klett bläst zum Angriff auf Duden
aus Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2009, Nr. 170, S. 16

(3.) Zweite Klett-Anleihe gezeichnet
aus Stuttgarter Zeitung, 14.07.2009, S. 11

(4.) Bildungsbond nebst Bankengeld
aus Börsen-Zeitung, 13.06.2009, Nummer 110, Seite 11

(5.) Nachfolge von Michael Klett geklärt
aus Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2009, Nr. 109, S. 31

(6.) Wir wollen Partner der Industrie sein
aus Financial Times Deutschland vom 17.07.2009, Seite 15

(7.) Wörterbuch zur Krise
aus DIE WELT, 29.07.2009, Nr. 174, S. 23

(8.) Twittern und Hüftgold - neue Wörter im Duden
aus Rheinische Post Nr. 156 vom 09.07.2009

(9.) Duden zahlt für Brockhaus-Ausstieg
aus Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.2009, Nr. 139, S. 15

(10.) Nicht alles Allgemeinverbindliche ist immer leichtverdaulich: Zur jüngsten Auflage der Rechtschreib-Wörterbücher Duden und Wahrig
aus Süddeutsche Zeitung, 03.08.2009, Ausgabe Deutschland, Bayern, München, S. 14

M.Dengl<b></b><b><i>M.Dengl</i></b>

Metainformationen

Quelle: GENIOS WirtschaftsWissen Nr. 08/2009 vom 06.08.2009
Dokument-ID: c_strategie_20090806

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