
Rheinische Post vom 29.08.2011 / L Lokales
KURZ-KRITIK"..."
KURZ-KRITIK Julia Messenger lässt Großes hoffen Mit seinem kurzfristigen Überraschungs-Coup hat der Jazzkeller am Freitag die Herbst-Winter-Saison der musikalischen Auslandsgastspiele in Krefeld früh eröffnet. Man wusste, was man tat, hatte man doch die als brandheißen Tipp gehandelte Sängerin Julia Messenger verpflichtet, und auch das Publikum zog mit. Gut besucht war der Keller, als die Band einen funky, aber gemütlich schaukelndem Rhythmus vorgab und mit knackigen Riffs von Gitarre und Posaune den Auftritt der Australierin vorbereitete, die aus Paris angereist war. Und dann konnte man eine Stimme erleben, die in der Tat Großes hoffen lässt. Das zarte Persönchen bewies genug Power, um mit gestandenen Soul-Sängerinnen beider Hautfarben mitzuhalten, blieb aber schlank und hell im Ton, ging sparsam mit dem Reiz des Reibeisens um und zeigte in der Phrasierung eine unverkennbare Ähnlichkeit mit Julie Driscoll. Mit bemerkenswerter Sicherheit führte sie ihre Stimme, ob ausdrucksstark oder in koketter Zurückhaltung, und solange das Tempo gemäßigt blieb, wehte eine gospelähnliche Emotionalität durch ihren Gesang. Bojo Klaff mit seiner unverschämt schön nach Sixties klingenden Gitarre, Marcus Scheltinga, mal bluesig, mal funky auf der Posaune, und Mac el Topo mit satten Orgelakkorden gingen dabei ausgezeichnet auf sie ein. Am Freitag neigte die Band eher zum Uptempo und gab bei Titeln wie "Mas Que Nada" und "Angel Eyes" etwas mehr Gas, als guttat. Dennoch gelang es, sich im zweiten Set auch in Richtung Jazz zu bewegen - ein Fach, dass Julia Messenger jedenfalls prima beherrscht.
| Quelle: | Rheinische Post vom 29.08.2011 |
| Ressort: | L Lokales |
| Dokumentnummer: | 20110829052225000024014167 |
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