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Branchenreport Ausgabe 2/2013

TEXTIL | GENIOS BranchenWissen Nr. 11 vom 06.11.2013


Textil- und Bekleidungsindustrie: trotz eines schwachen Starts in das Jahr herrscht Optimismus

In den ersten neun Monaten 2013 erzielte die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie laut dem Gesamtverband Textil+Mode einen Umsatz von rund 9,86 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Minus von 2,4 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dabei schnitten die Textilunternehmen mit meinem Minus von 1,5 Prozent auf 5,88 Milliarden Euro Umsatz besser ab als die Bekleidungsunternehmen, die einen Umsatzrückgang von 3,8 Prozent auf 3,98 Milliarden Euro hinnehmen mussten. Entsprechend reduzierte sich auch die Zahl der Beschäftigten. Sie ging in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten im Jahresvergleich um 1,9 Prozent auf 80 752 zurück. Insgesamt sind in der Textil- und Bekleidungsindustrie knapp 120 000 Menschen beschäftigt. (1), [Abb. 1]

Wenigstens bei den Mitgliedern des deutschen Modeverbands German Fashion herrscht Optimismus. 340 Mitgliedsunternehmen sehen ihre Perspektiven für das gesamte Jahr 2013 laut einer Umfrage überwiegend positiv, vor allem das wachsende Exportgeschäft steht dabei im Fokus. Die Umsätze in Richtung Russland und Frankreich liegen dabei zweistellig im Plus. (2)
Bekleidungsimporte: China verliert an Bedeutung

Zahlreiche Bekleidungshersteller sehen sich für die Zukunft laut einer Studie von McKinsey mit steigenden Sourcingkosten konfrontiert. Über drei Viertel der befragten Chefeinkäufer sind der Meinung, dass die Beschaffungskosten in den nächsten zwölf Monaten steigen werden. Deswegen wird es schwerer werden, die Verbraucherpreise stabil zu halten. Den Hauptgrund für die Entwicklung sehen die Meisten neben den höheren Rohstoffpreisen in steigenden Lohnkosten, vor allem in China. So wenden sich zahlreiche Unternehmen anderen Beschaffungsmärkten zu. 72 Prozent der Befragten planen, das Sourcingvolumen in China zu verringern. Als Alternative wird vor allem Bangladesch genannt. Aber auch Vietnam, Kambodscha und Myanmar sind Optionen.

Die zunehmende Bedeutung von Bangladesch als Beschaffungsmarkt belegt die Importstatistik der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE) für das Jahr 2012. Obwohl die Bekleidungsimporte nach Deutschland im vergangenen Jahr um 7,2 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro sanken, ist Asien nach wie vor für die deutschen Einzelhändler die wichtigste Lieferregion. Größter Aufsteiger im vergangenen Jahr war Bangladesch. Von dort wurden Textilien im Wert von knapp 244 Millionen Euro eingeführt, das ist ein Plus von 16,1 Prozent. Damit hat Bangladesch Indien auf den vierten Platz verwiesen. Größter Textillieferant mit Einfuhren im Wert von 1,17 Milliarden Euro ist noch immer China. Allerdings gingen die Importe im Vergleich zu 2011 um 9,4 Prozent zurück. Als Grund nennt die AVE die steigenden Herstellungskosten. (3), (4)
Europäische Bekleidungsindustrie: nur die Größten sind weiter auf Wachstumskurs

Laut dem europäischen Textil- und Bekleidungsverband Euratex sinken Umsätze, Anzahl der Betriebe und Mitarbeiter in der Bekleidungsindustrie der EU-Länder. So schrumpften 2012 die Erlöse um drei Prozent auf 75,1 Milliarden Euro. Gezählt wurden 127 457 Betriebe mit 1,085 Millionen Mitarbeitern, die entspricht jeweils einem Rückgang um drei Prozent.

Doch den umsatzstärksten europäischen Bekleidungslieferanten mit Erlösen von mindestens eine Milliarde Euro geht es besser als dem Gesamtmarkt. Unter den 21 Firmen im Ranking der Zeitschrift TextilWirtschaft (TW) gab es nur drei, die 2012 Rückgänge verzeichneten: Esprit, Benetton und der Private-Label-Spezialist Multiline. Esprit auf Rang zwei liegend und Benetton auf Rang zehn kämpfen mit Überdistribution sowie Problemen bei der Markenprofilierung und dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Umsätze gingen um 6,6 beziehungsweise 5,4 Prozent zurück. Bei Multiline sank der Umsatz sogar um acht Prozent.

Die anderen Hersteller legten zum Teil kräftig zu. Kering, ehemals PPR, wuchs vor allem mit den Luxusmarken wie Gucci. Insgesamt kletterte der Konzern mit einem Umsatzplus von fast 27 Prozent auf mehr als 2,3 Milliarden Euro im Ranking auf Platz fünf. Mit knapp über 24 Prozent weist Pentland ein fast ebenso hohes Wachstum aus, der Umsatz belief sich auf rund 2,15 Milliarden Euro. Weiter auf Erfolgskurs bleibt auch Tommy Hilfiger. Die Holländer, die zum New Yorker Konzern PVH gehören, erwirtschafteten 2012 rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von über zwölf Prozent. Adidas führt unangefochten das TW-Ranking an. Das Unternehmen legte im Bereich Bekleidung noch einmal um fast zehn Prozent auf 6,29 Milliarden Euro Umsatz zu. (5), [Abb. 2]
Modehandel: schwaches erstes Halbjahr 2013 drückt die Stimmung

Der Geschäftsverlauf in den ersten sechs Monaten 2013 war ein Trauerspiel für den deutschen Modehandel. Nachdem der Januar laut TW-Testclub mit einem Minus von sechs Prozent und der Februar mit einem Umsatzrückgang von zwei Prozent für einen enttäuschenden Abschluss der Wintersaison gesorgt hatten, ruhten die Hoffnungen der Händler auf dem Start ins Frühjahrsgeschäft. Doch der März, wichtigster Monat der Saison, endete mit einem Minus von durchschnittlich zehn Prozent. Das änderte sich auch in April und Mai kaum, der Modehandel schloss beide Monate mit einem Pari ab. Der Juni brachte mit einem Zuwachs von ein Prozent das einzige Monatsplus in diesem ersten Halbjahr. Erkauft wurde es allerdings durch massive Reduzierungen. Kumuliert steht bis Ende Juni ein Umsatzminus von durchschnittlich drei Prozent in den Bilanzen der deutschen Modehändler.

94 Prozent der Händler nennen das Wetter als eine der Hauptursachen für die schlechte Entwicklung. An zweiter Stelle der wichtigsten Einflussfaktoren auf das Geschäft sehen 71 Prozent der Modehändler die anhaltend schwache Kundenfrequenz. 54 Prozent nennen die Konkurrenz durch Internetshops als eine der wichtigsten Ursachen für das schwache erste Halbjahr.

Ein Problem für die Modehändler ist auch der deutlich zugenommene Ausbau der Retail-Aktivitäten der Bekleidungshersteller. Im stationären Handel dominierten zwar unverändert Shop-in-Shops vor Softshops und Concessions. Parallel dazu hat aber auch die Zahl der von den Herstellern selbst betriebenen Onlineshops und die Nutzung von Onlineplattformen stark zugenommen. (6), (7)

Entwarnung gibt es dagegen bei einem anderen Thema, das die Branche beschäftigt. Das so genannte Showrooming ist im Modehandel deutlich weniger verbreitet als bisher angenommen. Damit ist gemeint, dass sich die Verbraucher die Ware im Laden anschauen, um sie dann woanders online zu kaufen. Laut einer Studie der Universität St. Gallen und der Unternehmensberatung Aquarius macht dies nur ein Prozent der Modekunden. Die Studie deckte aber auch auf, dass jeder zehnte Modekunde das Geschäft ohne Einkauf verlässt, weil das gesuchte Produkt nicht verfügbar ist. Die stationären Modehändler könnten bis zu 31 Prozent mehr Umsatz erwirtschaften, wenn sie all die Produkte in entsprechenden Größen auf Läger hätten, nach denen die Kunden suchen. Eine Lösung könnte laut Studie die E-Commerce-Anbindung in der Filiale sein. So könnten Verkäufer, ausgerüstet mit Tablets, eine Verbindung zwischen Filiale und Logistikzentrum herstellen. Die Ware könnte dann nach Hause oder in die Filiale geliefert werden. (8)
Onlinehandel: Modeanbieter kämpfen gegen hohe Retourenquote

Die Anbieter von Mode und Accessoires erwirtschaften mittlerweile ein Sechstel ihres Einzelhandelsumsatzes im Internet. Wie das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) im Branchenreport Online-Handel mit Fashion&Accessoires 2013 ermittelte, erhöhte sich das Marktvolumen im E-Fashion-Commerce 2012 um 17,4 Prozent auf rund 8,83 Milliarden Euro. Damit stieg der Anteil des Onlinegeschäfts am gesamten Modeeinzelhandel auf 16,8 Prozent. 2007 lag der Wert noch bei fünf Prozent. Für 2013 prognostiziert das Handelsforschungsinstitut einen Anstieg auf 18,9 Prozent.

Innerhalb des gesamten Onlinehandels ist das Segment Mode und Accessoires damit Spitzenreiter. 2012 wurde 27 Prozent der auf 33 Milliarden Euro geschätzten Onlineumsätze mit Bekleidung, Schuhen und Accessoires erzielt. Der bisherige Spitzenreiter, der Bereich Elektronik, rutscht mit einem Marktanteil von 26 Prozent auf Platz zwei.

Innerhalb des Onlinemodehandels dominieren nach wie vor die klassischen Katalogversender. Allerdings schrumpft ihre Vormachtstellung allmählich. Nach einem Marktanteil von rund 57 Prozent in 2007 sank dieser 2012 auf nur noch 38,4 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr soll sich der Marktanteil auf 36,9 Prozent verringern. Die stationären Händler geraten ebenfalls immer mehr ins Hintertreffen. Ihr Anteil am gesamten E-Fashion-Markt schrumpfte auf 24,5 Prozent in 2012. 2013 werden es voraussichtlich nur noch 23,4 Prozent sein. Auf dem Vormarsch befinden sich dagegen die Online-Pure-Player und die im Internet aktiven Hersteller. Die reinen Onlinehändler steigerten ihren Markanteil von 13,8 Prozent in 2007 auf 22,1 Prozent im vergangenen Jahr. 2013 wird dieses Segment voraussichtlich einen deutlichen Sprung auf 25,6 Prozent machen. (9), (10)

Eines der wichtigsten Probleme der deutschen Versandhändler ist die hohe Retourenquote. Die Unternehmen haben in den vergangen Jahren vergeblich versucht, die Rückläufe nachhaltig zu senken. Wie das EHI Retail Institute in der Studie Versand- und Retourenmanagement im E-Commerce ermittelte, ist bei über der Hälfte der befragten Onlinehändler die Retourenquote in den vergangenen drei Jahren gleich geblieben. Bei jedem dritten ist sie sogar gestiegen, vor allem bei den Anbietern von Mode, Accessoires sowie Sport- und Freizeitartikeln. Mehr als ein Drittel der Onlinemodehändler muss der Studie zufolge bis zur Hälfte der Ware wieder zurücknehmen. Bei mehr als jedem zehnten E-Fashion-Shop sind es sogar bis zu 70 Prozent. Dieser Service kostet viel Geld. Da sind zunächst die Rücksendegebühren, die fast 86 Prozent der Modeversender selbst tragen. Hinzu kommen Ausgaben für die Prüfung und Wiederaufbereitung der Ware. Dadurch ergeben sich unterm Strich bis zu 15 Euro pro Artikel.

Es gibt unterschiedliche Methoden zur Bekämpfung des Retourenproblems. Die größte Hebelwirkung hat die ausführliche Präsentation der Modeartikel in Wort sowie Visualisierungen mit Bild und Videos. Ein Mittel sind Roboter, so genannte Fit Bots, die die Körperformen des Users annehmen. An problematischen Stellen erscheint dann der Hinweis zu weit oder zu eng. Eine beliebte Maßnahme ist auch die Veröffentlichung von Kundenrezensionen. Nach Berechnung des Social-Media-Dienstleisters Bazaarvoice fällt bei Produkten, die mit Kundenmeinungen versehen sind, die Rücksenderate um rund 20 Prozent niedriger aus als bei unbewerteten Artikeln. Nicht zu unterschätzen ist auch der Faktor Liefergeschwindigkeit. Wenn die Zustellung zu lange dauert, hat der Kunde bereits die Begeisterung für das Produkt verloren. Deswegen sollten die Kunden die Möglichkeit bekommen, den Lieferweg per Paket-Tracking mitzuverfolgen. Viel Potenzial wird in Bonusprogrammen für die Wenig-Retournierer gesehen. Sehr viel verbreiteter ist aber die Bestrafung oder Abmahnung von Viel-Retournierern. Einer Händlerbefragung von Trusted Shop zufolge verzichtet die Hälfte der Händler darauf, Kunden mit hoher Retourenquote weiterhin zu beliefern. (11)
Inventurdifferenz: Mitarbeiterschulung soll Schwund reduzieren

Im Jahr 2012 sind die Inventurdifferenzen im Textilhandel, inklusive Warenhäuser sowie Schuh- und Sportgeschäfte, leicht gestiegen. Sie erhöhten sich gegenüber 2011 um 0,02 Prozentpunkte auf 0,53 Prozent, bewertet zu Einkaufspreisen in Prozent vom Nettoumsatz. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des EHI Retail Institutes, an der sich 25 Textilunternehmen mit fast 8 000 Geschäften beteiligten. Zum Vergleich: Im gesamten Einzelhandel lagen die Inventurdifferenzen bei unveränderten 0,57 Prozent.

Die höchsten Inventurdifferenzen wurden mit durchschnittlich 0,94 Prozent bei Lederartikeln festgestellt. Es folgen die Sortimentsbereiche Damenoberbekleidung mit 0,74 Prozent, Wäsche mit 0,66 Prozent und Herrenbekleidung mit 0,63 Prozent. Am Ende rangieren Kinderbekleidung mit durchschnittlich 0,53 Prozent und Schuhe mit 0,48 Prozent.

Verursacht werden die Inventurdifferenzen im Textilhandel nach Einschätzung von Experten zu 61,1 Prozent von Kunden. 17,3 Prozent beruhen auf organisatorischen Mängeln und 15 Prozent werden Mitarbeitern zugerechnet. Lieferanten und Servicekräfte sind nach Meinung der Experten zu 6,6 Prozent für die Differenzen verantwortlich.

Die Händler ergreifen unterschiedliche Maßnahmen, um die Inventurdifferenz zu senken. 2012 lag die Mitarbeiterschulung mit einer Durchführungsquote von 92 Prozent ganz vorne in der Gunst der Modehändler. Überdurchschnittlich oft eingesetzt wurden zudem die Artikelsicherung mit 79 Prozent, die Datenauswertung der Warenwirtschaft mit 75 Prozent sowie eine offene Kameraüberwachung und eine Kassendatenauswertung mit je 63 Prozent. Insgesamt gab der Textilhandel durchschnittlich 0,46 Prozent vom Umsatz für Maßnahmen gegen Inventurdifferenzen aus. (12)

Trends


Konzentration im Modehandel: immer mehr kleine Händler geben auf

Die schon seit der Jahrtausendwende festzustellende Konzentration im Bekleidungsfachhandel hat 2011 noch einmal zugenommen. Während der Marktanteil von Unternehmen mit jährlichen Nettoumsätzen unter einer halben Million Euro laut der kürzlich veröffentlichten Umsatzsteuerstatistik 2011 erstmalig unter die Zehn-Prozent-Marke rutschte, erreichte der Anteil der Großunternehmen mit Umsätzen über 100 Millionen Euro fast 50 Prozent.

Einher ging diese Entwicklung mit einem Abschmelzungsprozess bei den kleinen Unternehmen, der größtenteils auf freiwillige Geschäftsschließungen beruhen dürfte. Waren in 2000 noch 29 767 Unternehmen mit Nettoumsätzen bis 0,5 Millionen Euro am Markt vertreten, waren es 2011 nur noch 18 041. Das entspricht einem prozentualen Rückgang von rund 39 Prozent.

Dagegen stieg die Zahl der größeren Unternehmen leicht an. Von 2000 auf 2011 erhöhte sich die Zahl der Unternehmen in der Größenklasse 25 bis 100 Millionen Euro Nettoumsatz von 64 auf 73. Die Zahl der Unternehmen mit mehr als 100 Millionen Euro sank aber von 33 auf 27. (13), [Abb. 3]
Mitarbeiter im Textileinzelhandel: Wettbewerb um Azubis verschärft sich

Laut der Bundesagentur für Arbeit hat der Textileinzelhandel 2012 mehr Jobs geschaffen als andere Sparten des Einzelhandels in Deutschland. Lediglich die Sparte Unterhaltungselektronik zeigte eine größere Dynamik. Demnach ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Textileinzelhändlern, stationär und online, um sechs Prozent auf insgesamt 216 310 Mitarbeiter gestiegen. Im Schuhhandel blieb die Mitarbeiterzahl mit 49 284 Beschäftigten dagegen nahezu konstant. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten im Einzelhandel laut Bundesagentur um 0,4 Prozent auf rund 3,03 Millionen.

Angesichts der wachsenden Mitarbeiterzahl und den sinkenden Schülerzahlen müssen Ausbildungsbetriebe in Zukunft noch intensiver um potenzielle Auszubildende werben. So wird Azubi-Marketing immer mehr zum Dauerthema. In vielen Unternehmen hat das Werben um Kandidaten für das Ausbildungsjahr 2014 bereits begonnen. Fast vier von zehn Textileinzelhändlern wollen laut TW-Testclub im nächsten Jahr neue Auszubildende einstellen. 44 Prozent der Ausbildungsbetriebe gaben an, dass sie bereits jetzt um neue Azubis werben und Jugendliche auf die Ausbildung im eigenen Unternehmen aufmerksam machen. (14), (15)
Handel investiert in Optik

Deutsche Einzelhändler investieren stärker in das Erscheinungsbild ihrer Läden, um sich gegenüber dem Onlinehandel als attraktive Einkaufsadresse zu präsentieren. Dies ist das Ergebnis des Ladenmonitors 2014 des EHI. Rund 1,72 Milliarden Euro gaben die Unternehmen im vergangenen Jahr für Ladeneinrichtung aus. Da waren 320 Millionen Euro mehr als im Vergleichsjahr 2009. Besonders Konzepte im Lebensmittel- und Modehandel sind von einer hohen Wertigkeit des Marktauftritts gekennzeichnet. Der Textilfachhandel, inklusive den Segmenten Schuhe und Sport, verzeichnet einen um 15 Prozent gestiegenen Investitionsbedarf auf rund 500 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche.

Grund ist vor allem die erhöhte Nachfrage nach hochwertigen, natürlichen Materialien und individuellen Einrichtungselementen. Im Textilhandel spielen außerdem Mittelraumpräsentationen und flexible Rückwandsysteme eine immer größere Rolle. Bis zu 30 Prozent der Sachkosten entfallen im Textilhandel auf die Beleuchtung. Deshalb setzen viele Händler bei Einrichtungsinvestitionen hier Prioritäten, besonders im Hinblick auf energieeffiziente Beleuchtungssysteme. (22)




Zahlen & Fakten


Abbildung 1: Deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie im Minus
Kennziffern für das deutsche Textil- und Bekleidungsgewerbe
Januar - Juli 2013Veränderung zum Vorjahr
Umsatz Textil + Bekleidung ( ab 50 Beschäftigte)9,855 Mrd.Euro-2,4%
davon Textil 5,877 Mrd. Euro-1,5%
davon Bekleidung3,978 Mrd. Euro -3,8%
Umsatz Textil + Bekleidung (ab 1 Mitarbeiter, Hochrechnung)15,439 Mrd. Euro
davon Textil 9,311 Mrd. Euro
davon Bekleidung6,128 Mrd. Euro
Mitarbeiter Textil + Bekleidung (ab 50 Beschäftigte)80.752-1,9%
davon Textil 52.999-1,5%
davon Bekleidung27.753-2,5%
Mitarbeiter Textil + Bekleidung (ab 1 Mitarbeiter, Hochrechnung)119.900
davon Textil 78.685
davon Bekleidung41.215

Quelle: Gesamtverband Textil+Mode Entnommen: Konjunkturbericht 9/2013 des Gesamtverbands Textil+Mode, (1)
Abbildung 2: Die größten Bekleidungslieferanten Europas
RangUnternehmenLandLabelsUmsatz in Mio. EuroVeränderung
20112012
1Adidas GroupDAdidas, Reebock, TaylorMade u.a.5.7346.2909,70%
2Esprit */** (1)DEsprit, etc.2.7472.599-6,60%
3Tommy Hilfiger */** (1)NLTommy Hilfiger, Hilfiger Denim, Hilfiger Sports2.2272.50612,50%
4Bestseller-Gruppe **/***DKVeo Moda, Only, Jack&Jones, Selected, u.a.2.3352.4464,80%
5KeringF/IPuma, Gucci, YSL, Bottega, Veneta, u.a.1.8702.37126,80%
6Hugo Boss (1)DBoss, Hugo,2.0592.34613,90%
7Burberry Group */**GBBurberry2.1402.3308,90%
8Christian Dior Group + (2)FLouis Vutton, Fendi, Marc Jacoby, Donna Karan, u.a.1.9402.22814,80%
9Pentland GroupGBSpeedo, Berghaus, Ellesse, u.a.1.7282.14624,20%
10Benetton-GruppeIUnited Colors of Benetton, Sisley, Killer Loop, u.a.1.9131.810-5,40%

(1) Konzernumsatz mit Bekleidung und Schuhen (2) Umsatz inklusive Accessoires (+) Umsatz geschätzt * Geschäftsjahr 2012/2013 ** Geschäftsjahr 2011/2012 *** Geschäftsjahr 2010/2011 Entnommen aus:TextilWirtschaft, 39/2013, S. 40 bis 42, (5)
Abbildung 3: Die Großen gewinnen an Bedeutung

Entnommen aus: TextilWirtschaft, 30/2013, S. 20, (13)

Weiterführende Literatur:

(1.)Konjunkturbericht 9/2013 des Gesamtverbands Textil+Mode Nr. 9 von 2013
O.V.

(2.) Bekleidungsindustrie erwartet steigende Kosten
aus www.textilwirtschaft.de vom 24.09.2013

(3.) Bangladesch überholt Indien bei Textilimporten
aus TextilWirtschaft 39 vom 26.09.2013 Seite 044

(4.) German Fashion: Exporte steigen wieder
aus www.textilwirtschaft.de vom 15.07.2013

(5.) Die Großen wachsen weiter
aus TextilWirtschaft 39 vom 26.09.2013 Seite 040 bis 042

(6.) Gute Noten für deutsche Modeanbieter
aus TextilWirtschaft 37 vom 12.09.2013 Seite 034

(7.) Ins Wasser gefallen
aus TextilWirtschaft 27b vom 04.07.2013 Seite 024 bis 027

(8.) Showrooming: Studie gibt Entwarnung
aus www.textilwirtschaft.de vom 17.09.2013

(9.) Mode dominiert Online-Handel
aus TextilWirtschaft 32 vom 08.08.2013 Seite 036

(10.) Modehändler im Netz sind weniger optimistisch
aus TextilWirtschaft 23 vom 06.06.2013 Seite 007

(11.) Versender sagen Retouren den Kampf an
aus TextilWirtschaft 29 vom 18.07.2013 Seite 026 bis 029

(12.) Inventurdifferenzen im Textilfachhandel leicht gestiegen
aus TextilWirtschaft 32 vom 08.08.2013 Seite 022

(13.) Konzentration im Modehandel nimmt weiter zu
aus TextilWirtschaft 30 vom 25.07.2013 Seite 020

(14.) Modehandel schafft Jobs
aus www.textilwirtschaft.de vom 25.07.2013

(15.) Modehändler werben um Azubis für 2014
aus www.textilwirtschaft.de vom 28.08.2013

(16.)Handel investiert in Optik
aus TextilWirtschaft online vom 18.09.2013

Markus Hofstetter

Metainformationen

Quelle: GENIOS BranchenWissen Nr. 11 vom 06.11.2013
Dokument-ID: r_tex_20131106

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