Branchenreport Ausgabe 2/2014

ENERGIE & ROHSTOFFE | GENIOS BranchenWissen Nr. 11 vom 24.11.2014


Energieverbrauch im ersten Halbjahr 2014: Witterungsbedingt rund acht Prozent weniger

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres verbrauchten die Deutschen wegen der milden Witterung rund acht Prozent weniger Energie als im Vorjahreszeitraum. Nach den Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) belief sich der Primärenergieverbrauch auf 224,3 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Dieser Trend setzt sich fort. Der Energieverbrauch in Deutschland wird in diesem Jahr voraussichtlich um fünf Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung sinken. Das besagt die Herbstprognose der AG Energiebilanzen.
Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien führte zu weiteren Verschiebungen im Energiemix für Deutschland. Der Anteil fossiler Energieträger am Energiemix sank leicht auf etwas unter 80 Prozent (Mineralöl 33,5 Prozent, Erdgas 22 Prozent, Steinkohle 12,6 Prozent, Braunkohle 11,8 Prozent). Die Erneuerbaren erhöhten ihren Beitrag auf 11,5 Prozent. Bei der Stromerzeugung in Deutschland liegt die Braunkohle noch vor den Erneuerbaren Energien. (1), (2), [Abb. 1]


Energieversorger: Die vier großen melden Verluste

Laut BDEW gibt es in Deutschland rund 1 190 Stromanbieter und mehr als 890 Gasversorger mit unterschiedlich zugeschnittenen Angeboten. Als die vier großen Stromerzeuger gelten die Versorger E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall. Sie sprechen von einer Branchenkrise. Die Marktliberalisierung, die Trennung von Stromproduktion und -transport über die Höchstspannungsnetze, die hohen Einkaufspreise im langfristigen internationalen Gasgeschäft, der beschleunigte Atomausstieg, die Vorfahrt für den in vielen dezentralen Einheiten erzeugten Ökostrom und der daraus resultierende Verfall der Börsenstrompreise machen ihnen schwer zu schaffen. In der Tat weisen sie heute - erwartungsgemäß - sinkende Umsätze und operative Gewinne in der konventionellen Stromversorgung aus, haben hohe Schulden, sparen, bauen ihre Konzernstrukturen um und Arbeitsplätze ab, legen Kraftwerke still, die sich nicht mehr rentieren, und arbeiten am Aufbau zukunftsfähiger neuer Geschäftsfelder. (3)

E.ON, Deutschlands Nummer Eins im Energiegeschäft mit über 72 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz 2013 von rund 122 Milliarden Euro, meldete nach den ersten drei Quartalen des Jahres einen Umsatzrückgang um 600 Millionen Euro auf acht Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss bildete mit 255 Millionen Euro weniger als einen Zehntel des vergleichbaren Vorjahresergebnisses (Vorjahreswert: 2,92 Mrd. Euro). Positiv sei die Entwicklung der Erneuerbaren-Sparte, sie mache mittlerweile rund 17 Prozent des Konzernergebnisses aus. (4)

RWE, Deutschlands zweitgrößter Energieversorger mit einem Jahresumsatz von rund 54 Milliarden Euro und konzernweit rund 60 000 Mitarbeitern, hat in den ersten neun Monaten des Jahres ebenfalls weniger umgesetzt und verdient. Insgesamt konnte RWE zwischen Januar und September 35,3 Milliarden Euro umsetzen, dies waren neun Prozent weniger als im Vorjahr. Das betriebliche Ergebnis fiel auf 2,9 Milliarden Euro zurück und liegt damit 31 Prozent unter dem Vorjahreswert. (5)

EnBW, Energie Baden-Württemberg AG, der Dritte im Bunde, mit rund 20 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 20,54 Milliarden Euro für 2013, ist bei der politischen Energiewende am stärksten unter Druck geraten. Die Atomenergie hatte im Konzernportfolio einen Anteil von gut 50 Prozent. Inzwischen haben die Unternehmenslenker die Weichen neu gestellt: die Wasserkraft soll ausgebaut werden, ebenso die Windkraft, in Gaskraftwerke soll investiert und die Zusammenarbeit mit Kommunen und kommunalen Unternehmen soll verstärkt werden. Doch in den ersten neun Monaten ist EnBW ins Minus gerutscht. Der Verlust betrug 770,6 Millionen Euro. (6)

Vattenfall Deutschland (zuletzt rund elf Milliarden Euro Jahresumsatz, rund 20 000 Mitarbeiter) wies in den ersten neun Monaten einen Verlust von 1,9 Milliarden Euro aus. Vattenfall ist in und um Berlin der mit Abstand größte Stromversorger. Seine Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel gingen nach Fukushima vom Netz. Hauptstandbein der deutschen Vattenfall ist die Kohle. Fünf deutsche Kohlekraftwerke unterhält der Konzern. Es wird damit gerechnet, dass der schwedische Vattenfall-Konzern sein Braunkohlegeschäft in Deutschland verkaufen wird. (7)

Zu Europas größten Energieversorgern zählen die französischen Anbieter EDF und GDF, die deutschen E.ON und RWE, die italienische Enel, die britischen Scottish & Southern und Centrica, die spanischen Versorger Iberdrola und Endesa, die schwedische Vattenfall, die tschechische CEZ.


Wichtige Segmente der Energie- und Rohstoffwirtschaft im Einzelnen


Erneuerbare Energien - noch stärker genutzt

Die Nutzung erneuerbarer Energien verzeichnete in den ersten sechs Monaten 2014 insgesamt ein Plus von gut einem Prozent. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) sank um 28 Prozent. Die Windkraft an Land steigerte ihren Beitrag dagegen um 22 Prozent und die auf See um neun Prozent. Bei der Photovoltaik gab es ein Plus von 27 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Bruttostromverbrauch erreichte 28,5 Prozent (Vorjahr 24,6 Prozent). (1)
Wasser: Wasserkraft deckt derzeit weniger als vier Prozent des deutschen Stroms. Doch Deutschland ist weitgehend flach und neue Stauseen werden nicht mehr sehr viele angelegt, die Wasserkraft hat daher nur noch geringes Ausbaupotential. Weltweit betrachtet wird mit Wasserkraft der größte Anteil an erneuerbarer Energie erzeugt (Biomasse auf Rang zwei); 16 Prozent des global erzeugten Stroms stammen aus Wasserkraftwerken (BMU-Angabe).
Wind: Die Windenergie in Deutschland wächst in diesem Jahr kräftig. In der ersten Jahreshälfte (Jan bis Aug) wurden 23 Prozent mehr Strom mit Wind erzeugt, so der Bundesverband Windenergie. Im ersten Halbjahr 2014 wurden 650 Windenergieanlagen (WEA) an Land mit einer Gesamtleistung von rund 1 723 Megawatt errichtet. Damit waren Ende Juni insgesamt 24 193 WEA mit einer Gesamtleistung von 35 388,70 Megawatt installiert. Die Top 5 Bundesländer mit der größten installierten Windleistung sind Niedersachsen, Berlin/Brandenburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. Auch weltweit läuft es in diesem Jahr prima. Der VDMA erwartet bei den weltweiten Neuinstallationen für dieses Jahr ein Wachstum von 25 Prozent. Größter Einzelmarkt der Welt ist China. Zu den größten internationalen Herstellern von Windkraftanlagen zählten im vergangenen Jahr der dänische Weltmarktführer Vestas, der chinesische Hersteller Goldwind, die deutschen Anbieter Enercon und Siemens sowie die amerikanische GE Wind. (8), [Abb. 2]
Sonne: Der Ausbau der Photovoltaik (Strom aus Sonne) schreitet hierzulande nur noch langsam voran, wie die jüngsten Zahlen zeigen. Die Regelungen des reformierten EEG (wie etwa die gesunkene Vergütung) zeigen Wirkung. Der diesjährige Zubau wird voraussichtlich unter dem im EEG festgelegten Ausbaudeckel von 2 500 Megawatt liegen. (9)
Auf dem Weltmarkt läuft es für die Solarindustrie wieder besser. China, Japan und die USA treiben das Wachstum. Immer mehr Länder fördern die solare Energie. Die Führung auf dem Weltmarkt für Photovoltaik haben eindeutig die chinesischen Hersteller übernommen. Unter den aktuellen Top Ten-Zell- und Modulherstellern sind Suntech, Yingli und Trina aus China, First Solar und Sun Power aus den USA, Sharp aus Japan. Außer Solarworld ist kein auf dem Weltmarkt relevanter deutscher Hersteller mehr übriggeblieben. Das Unternehmen erholt sich allmählich; der Modulabsatz steigt. Ein weiterer Lichtblick ist, dass nach mehrjähriger Absatzflaute das Geschäft der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland allmählich wieder in Schwung kommt. (10), (11)


Erdgas - Fracking-Gesetzentwurf liegt vor

Besonders stark rückläufig war der Erdgasverbrauch. Er verbuchte im ersten Halbjahr 2014 ein Minus von fast 20 Prozent. In der Wärmeerzeugung, in der Kraft-Wärme-Kopplung und in der chemischen Grundstoffindustrie wurde weniger Erdgas benötigt. (1)
Das Top-Thema der Gasbranche ist die Gasförderung durch Fracking-Technologie. Der Shalegas-Boom ließ die USA zum größten weltweit Gasförderer aufsteigen und sorgte für deutlich niedrigere Gas- und Strompreise als in Europa. In Deutschland ging die Diskussion um das Fracking jetzt eine Runde weiter. Am 18. November brachte das Bundesumweltministerium einen Gesetzesentwurf in die Ressortabstimmung ein. Das aus Umweltschutzgründen umstrittene Frackingbohrverfahren zur Erdgasgewinnung soll hierzulande zwar nicht generell verboten werden, doch es gibt auch keinen Freifahrtschein zur kommerziellen Förderung. Unter sehr strengen Auflagen sollen Probebohrungen für wissenschaftliche Zwecke erlaubt werden können. (12), (13)
Die deutsche Erdgasbranche hofft, vom Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland zu profitieren, wenngleich die Rolle der Gaswirtschaft in der Zukunft noch nicht abgesteckt ist. Gaskraftwerke zur Stromerzeugung sollen Lücken in der schwankenden Stromversorgung durch Wind und Sonne schließen, doch noch gelten sie als unrentabel und kommen kaum zum Einsatz. Die Gasbranche will mit ihrer vorhandenen Gasinfrastruktur (Speicher und Leitungen) als Energiespeicher dienen. Vorantreiben wollen die Erdgasstrategen das Konzept Power to gas. Dabei wird unter Einsatz von (überschüssigem) Strom aus erneuerbaren Energiequellen zunächst Wasserstoff und in einem weiteren Schritt synthetisch erzeugtes Erdgas hergestellt, das wiederum ins Gasnetz eingespeist werden kann. Dieses so genannte EE-Gas oder Windgas oder Solargas kann eine wichtige Rolle bei der Speicherung und dem Transport von Energie übernehmen. Doch noch ist auch das Zukunftsmusik. Im Wärmemarkt wirbt die Gaswirtschaft weiter für CO2-freundliche gasbasierte Heizungstechnologien und hofft, dass bei möglichst vielen modernisierungsbedürftigen Heizungsanlagen die Wahl auf das Gas fällt, doch der Gasabsatz im Wärmemarkt wird wegen besser gedämmter Gebäude und effizienterer Gasheizungen langfristig zurückgehen: 43 Prozent der Wärme in Deutschland wurden 2013 mit Erdgas erzeugt. Im Jahr 2008 waren es 52 Prozent. (14)
Die russische Gazprom und die norwegische Statoil zählen zu den größten europäischen Gasproduzenten.


Stein- und Braunkohle - ohne Braunkohle kein Strom

Im deutschen Energiemix spielt die Kohle noch immer eine erhebliche Rolle. Ihr Anteil am Primärenergieverbrauch lag im ersten Halbjahr 2014 bei 24,4 Prozent (Rang 2 hinter Öl und vor Gas). Der Verbrauch von Steinkohle nahm um sieben Prozent ab. Der Einsatz in Kraftwerken ging um über 12 Prozent zurück, weil sich erneuerbare Energien nach vorne drängten. Der Bedarf der Eisen- und Stahlindustrie legte um 7,5 Prozent zu. Das Ende der Ära der deutschen Steinkohleförderung ist längst eingeläutet. 2018 ist Schluss in Deutschland. Der Verbrauch an Braunkohle lag um knapp vier Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. (1)
Die Kohle ist der wichtigste Energieträger für die deutsche Stromerzeugung. Die Steinkohle hat an der Bruttostromerzeugung einen Anteil von fast 20 Prozent, die Braunkohle liegt bei gut 25 Prozent. Die deutsche Braunkohle aus den Revieren Rheinland, Lausitz, Mitteldeutschland und Helmstedt ist im In- und Ausland nach wie vor wettbewerbsfähig. Braunkohleproduzenten und Verstromer sind RWE, Vattenfall und die Mitteldeutsche Braunkohle AG (Mibrag).


Mineralöl - witterungsbedingt sinkender Verbrauch im ersten Halbjahr

In Deutschland nahm im ersten Halbjahr 2014 der Verbrauch an Mineralöl um etwa vier Prozent ab. Deutlich weniger gebraucht wurde witterungsbedingt leichtes Heizöl. Der Verbrauch an Kraftstoffen hingegen stieg um mehr als zwei Prozent, Diesel sogar um vier Prozent. (1)
Die wichtigsten Lieferanten Deutschlands für Erdöl sind Russland und Großbritannien. 24 Prozent des deutschen Rohölbedarfs kommt aus der Nordsee. Die weltweit größten Ölverbraucher sind USA, China und Japan (Deutschland auf Position 8). Die Top-Produzenten sind Saudi-Arabien, Russland und USA. Die fünf größten Ölkonzerne sind Aramco (Saudi-Arabien), Gazprom (Russland), National Iranian Oil (Iran), Exxon-Mobil (USA) und Rosneft (Russland). (15)


Kernenergie - abnehmende Bedeutung

Das letzte deutsche Atomkraftwerk soll 2022 abgeschaltet werden. Die Stromerzeugung aus Kernkraftwerken geht deutlich zurück. Sie verzeichnete im ersten Halbjahr 2014 einen Rückgang um 1,7 Prozent. Der Anteil der Kernenergie am deutschen Primärenergieverbrauch lag zum Halbjahr 2014 bei 7,9 Prozent. Ihr Anteil an der deutschen Brutto-Stromerzeugung belief sich im vergangenen Jahr auf 15,8 Prozent (2010 waren es noch 22 Prozent). (1)
Weltweit betreiben laut Weltstatusbericht zur Nuklearindustrie 31 Länder 427 Kernreaktoren, das sind 17 Reaktoren weniger als 2002. Der Anteil des mit Kernenergie erzeugten Stroms liegt weltweit bei rund zwölf Prozent. In den OECD-Ländern beträgt der Anteil mehr als 20 Prozent. Am meisten wird in den USA erzeugt, hier gibt es 104 Kraftwerke. Es folgen Frankreich und Russland. Derzeit sind weltweit 72 Kernkraftwerke im Bau, der Großteil in Asien (Russland, China, Indien). In Japan will man zudem wieder Atomkraftwerke hochfahren. In Europa haben sich Deutschland, Belgien und die Schweiz zum Atomausstieg bekannt, Frankreich, Großbritannien und Polen hingegen wollen kerntechnisch aufrüsten. In Europa befinden sich derzeit zwei Anlagen im Bau, eine in Finnland, die andere in Frankreich. Die Beurteilung der Lage bei der weltweiten Zukunft der Stromerzeugung mit Kernenergie ist different. Die einen sprechen von einer Renaissance des Atomstroms, die anderen sehen keine wachsende globale Bedeutung der Kernenergie. Der französische Energiekonzern EDF ist mit 74 installierten Rektoren der weltweit größte Betreiber und damit der größte Produzent von Atomstrom. Der Reaktorbauer Areva baut die meisten Atomanlagen. (16)


EU und Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft basiert nach wie vor auf fossilen Brennstoffen, also Erdöl, Kohle, Erdgas. Die Erneuerbaren Energien spielen zwar eine wachsende, aber noch sehr kleine Rolle. Die Weltgemeinschaft arbeitet daran, sich auf verbindliche Klimaziele zu einigen. Vom 30. November bis 11. Dezember 2015 wird in Paris die UN-Klimakonferenz stattfinden, auf der sich die internationale Staatengemeinschaft an einer Nachfolgeregelung für das Kyoto-Klimaprotokoll versuchen wird. Derzeit sind China und die USA die größten Kohlendioxidemittenten. Die Internationale Energieagentur fordert eine Verstärkung der Klimaschutzbemühungen. Das UN-Umweltprogramm UNEP mahnt in einem jetzt vorgelegten Bericht, die Kohlenstoffdioxidemissionen wirksam zu begrenzen und mahnen vor extremen Fluten, massenhaften Dürren, schmelzenden Polarkappen und ansteigendem Meeresspiegel. Dann wären Hunderte Millionen Menschenleben gefährdet. (17), (18), (19), [Abb. 3]



Trends


IEA sieht Energieverbrauch der Welt steigen

Der Weltbedarf an Energie wird bis zum Jahr 2040 um 37 Prozent wachsen. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerung um 1,1 Prozent im Jahr. Am stärksten dürfte dabei der Strombedarf der Welt zunehmen - um 80 Prozent bis 2040. Damit rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem aktuellen Energieausblick. Verflüssigtes Erdgas (LNG) könnte in der Zukunft in Europa wesentlich stärker zur Gasversorgung beitragen. Die Kernenergie wird langfristig global zur Versorgungssicherheit beitragen und einen Versorgungsanteil von zwölf Prozent einnehmen. China wird eine führende Rolle im Kernkraftwerksbau einnehmen, Japan die nukleare Stromerzeugung wieder stärker aufnehmen. Zur sicheren Energieversorgung sollten vermehrt Gaskraftwerke gebaut werden. Am stärksten werden die erneuerbaren Energien in den kommenden 25 Jahren wachsen. Auf sie wird nach Einschätzung der IEA rund die Hälfte der gesamten Produktionssteigerung bis zum Jahre 2040 entfallen. Allerdings bleibt sie weiterhin stark subventionsbedürftig - und das keineswegs nur in Deutschland. Der Verbrauch an Kohle und Öl wird um das Jahr 2040 herum den Höhepunkt erreicht. Beim Ölverbrauch geht die IEA davon aus, dass etwa 2030 China die USA als größter Ölverbraucher ablöst. 2040 werde in den USA, in Europa und in Japan ein klarer Rückgang im Ölverbrauch zu sehen sein. China, Russland und Brasilien werden um 2040 den Höhepunkt im jährlichen Verbrauch erreicht haben. Das stärkste Verbrauchswachstum wird es zugleich in Indien geben. Einen höheren Verbrauch werden aber auch Südostasien, der Nahe Osten und das südliche Afrika erleben. Der Gasverbrauch wird bis zum Jahr 2040 noch um rund 50 Prozent zunehmen. Von etwa 2030 an wird in den USA die Produktion fallen, weil dann die Schiefergas-Lagerstätten zunehmend ausgebeutet sein werden. (20)






Zahlen & Fakten


Abbildung 1: Stromerzeugung: Braunkohle vor Erneuerbaren

Quelle: Statistisches Bundesamt, Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Entnommen aus: Focus, 17/2014, S. 110 (21)
Abbildung 2: Top 10 Unternehmen im Markt für Windkraftanlagen nach Marktanteil 2013
RangUnternehmenLandin Prozent
1VestasDänemark13,1
2GoldwindChina11,0
3ENERCON GmbHDeutschland9,8
4SiemensDeutschland7,4
5GE WindUSA6,6
6GamesaSpanien5,5
7SuzlonIndien5,3
8United PowerChina4,0
9MingyangChina3,5
10Nordex AktiengesellschaftDeutschland3,3

Quelle: Navigant Research Entnommen aus: Handelsblatt, 69/2014, S. 21 (22)
Abbildung 3: China und die USA haben den höchsten CO2-Ausstoß

Quelle: Global Carbon Project Entnommen aus: Sueddeutsche Zeitung, 22.09.2014, S. 2 (23)

Weiterführende Literatur:

(1.)Primärenergieverbrauch. 1. Halbjahr 2014
aus Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. (AGEB) vom 01.08.2014

(2.) Energieverbrauch in Deutschland sinkt
aus WIRTSCHAFTS-INFORMATIONS-DIENST ENERGIE vom 28.Oktober 2014

(3.) KFW gibt den großen Vier schlechte Noten
aus energate vom 10.09.2014

(4.) Eon-Gewinn bricht ein
aus energate vom 12.11.2014

(5.) RWE mit rückläufigem Ergebnis
aus www.powernews.org Meldung vom 13.11.2014 - 09:32

(6.) EnBW-Ergebnis rutscht in die roten Zahlen
aus www.powernews.org Meldung vom 11.11.2014 - 10:49

(7.) Vattenfall erneut mit Verlust
aus www.powernews.org Meldung vom 30.10.2014 - 11:01

(8.) Windbranche weiter auf Wachstumskurs
aus www.powernews.org Meldung vom 23.09.2014 - 13:41

(9.) Solar-Zubau bricht weiter ein
aus www.powernews.org Meldung vom 03.11.2014 - 11:39

(10.) Boom ohne Pioniere
aus www.powernews.org Meldung vom 03.11.2014 - 11:39

(11.) International, Deutschland: Top 8 Umsatzstärkste Solarmodulhersteller, Top 7 Energieträger 2012-2013
aus Handelsblatt, 05.06.2014, S. 18

(12.) Fracking-Erlaubnis unter Auflagen
aus www.powernews.org Meldung vom 20.11.2014 - 14:19

(13.) Koalition verständigt sich über Fracking
aus energate vom 17.11.2014

(14.) Gas verliert im Wärmesektor
aus energate vom 20.11.2014

(15.) International: Top Markt für Erdöl
aus Handelsblatt, 161/2014, S. 7

(16.) Kernenergie - Global bleibt Anteil an Stromerzeugung trotz Ausbauplänen stabil
aus GENIOS BranchenWissen Nr. 09 vom 22.09.2014

(17.) Internationale Klimapolitik - Vorbereitungen für Paris 2015 laufen
aus GENIOS WirtschaftsWissen Nr. 10 vom 29.10.2014

(18.) Goodbye für unseren Lifestyle? Auch die Internationale Energieagentur fordert eine Verstärkung der Klimaschutzbemühungen.
aus www.powernews.org Meldung vom 19.11.2014 - 17:18

(19.) UN-Umweltbericht drängt auf festes Emissionsbudget
aus www.powernews.org Meldung vom 20.11.2014 - 11:18

(20.) IEA sieht Energieverbrauch der Welt steigen
aus www.powernews.org Meldung vom 13.11.2014 - 11:51

(21.)International: Nutzung verschiedener Energieträger zur Stromerzeugung 2012-2013
aus GENIOS Statistiken vom 15.07.2014

(22.)Top 10 Unternehmen im Markt für Windkraftanlagen nach Marktanteil 2013
aus Genios Statistiken vom 26.05.2014

(23.)International: Top Kohlendioxidemissionen 1960-2013
aus Genios Statistiken vom 06.11.2014

Anja Schneider
Quelle: GENIOS BranchenWissen Nr. 11 vom 24.11.2014
Dokumentnummer: r_ene_20141124

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